Gerade habe ich die letzte Sitzung BP hinter mir und nach etwas Abstand, möchte ich meine Gedanken zu einigen Aspekten der Sitzung reflektieren.
Vor allem im zweiten Teil, als es weniger ums mitmachen und bewerten ging, habe ich mir, während der Sitzung Überlegungen angestellt, zum Einsatz, der gezeigten Methoden im Unterricht.
Die neue Methode heute war die Strukturlege-Methode (hier Gedanken dazu auf dem Schweizer Bildungsserver). Ich ordne sie ein unter das allgemeine Thema „Arbeit mit Begriffen“, das auch im Methoden-Teil des Buches „Einfach systemisch!“ besprochen wird. Ich denke, dass es kein Fach gibt, in dem man nicht mit Begriffen, mit Fremdwörten, mich Schlagwörtern oder sonstigen feststehende Bezeichnungen umzugehen hat. Auch in den Naturwissenschaften, in Biologie, aber im besonderen in Chemie, spielt das Lernen von Begriffen und das in Bezug zu einander setzen ein sehr große Rolle. Wichtige Begriffe und Bezeichnungen zu einem Thema kommen in Unterrichts-Vorträgen und Gesprächen häufig vor und jeder hat seine eigene „Ahnung“ davon, um was es eigentlich dabei geht. Selten werden die Begriffe richtig definiert und zum eigentlich Thema einer Stunde gemacht. Die Begriffe hat man zu können und lernt sie am besten auswendig. Mit Kartei-Karten-Systemen, wie sie auch von meiner Praktikumslehrperson angewendet werden, ist dies möglich, aber es wäre schade, sie nur auf diese Art und Weise zum Lerngegenstand zu
machen. Auch das Web 2.0 leistet zum Kartei-Karten-Lernen seinen Beitrag. Ein Programm namens „Pauker“ macht es möglich.
Neben dieser klassischen Form stehen die erwähnten Methoden aus dem systemisch-konstruktivistischen Ansatz der Didaktik.
Ich werde die Strukturlege-Technik gleich in einer meiner ersten Stunden einsetzen. Eine Klasse an meiner Praktikums-Schule, bei der ich hospitiert habe, war wenig unruhig, aber auch wenig interessiert und die Mitarbeit ging gleich null. So verkommt der Unterricht leicht zu einer Ein-Mann-Lehrer-Show und wenn nicht überprüft wird, was die Schüler nach einer solchen Stunde gelernt haben, dann kann es spätestens bei einer abschließenden Klassenarbeit ein böses Erwachen geben. Ein erstes Ziel im Unterricht mit dieser Klasse ist es, sie zum reden zu bringen. Mit Hilfe der Strukturlege-Methode werde ich versuchen, ein bereits abgeschlossenes Thema nochmals in den Köpfen präsent zu machen, und die Schüler dazu anzuregen miteinander und auch mit mir zu reden. Dann kann sich zeigen, ob der bisherige Unterricht lernerfolgreich gewesen ist.
Oktober 30, 2007
Arbeiten mit Begriffen
Oktober 25, 2007
Alt gegen neu
Ich habe gerade die Unterlagen zu Lernjobs, Komepetenzrastern und dem Werkstatt-Unterricht durchgeschaut und mir kam die Idee, das Konzept, welches darin vorgestellt wird und am KBZ praktiziert wird, dem „alten“ Konzept von Unterrichts-Planung und Durchführung gegenüber zu stellen.
Stark vereinfacht sieht das so aus:
Alt: Fach –> Thema –> Lehrplan –> Inhalte/Ziele –> Vermittlung der Inhalte zur Erreichung der Ziele durch den Lehrer –> Überprüfung der kognitiven Inhalte (selten der Ziele) –> Note
Neu: Fach/Fächer –> Themen (auch fachübergreifend) –> Lehrpläne –> Kompetenzen –> Checklisten –> Lernjobs (für selbstätiges Erarbeiten) –> Rubrics zur Überprüfung –> Kompetenzerwerb
Was meint ihr dazu?
Oktober 24, 2007
Blogeinträge
Mit inzwischen schon einer zweistelligen Zahl an Blogeinträgen, bekomme ich langsam Routine ins führen meiner beiden Blogs. Aber das schreiben eigener Einträge ist ja nur ein Teil der Arbeit. Erst durch das lesen und kommentieren der Einträge meiner Kommilitonen kann ich zum einen einen Überblick über das kollektive Bewusstsein unseres BP- bzw. IKT-Moduls bekommen, zum anderen die volle Punktzahl für meine eigene Arbeit erhalten.
Doch ich muss sagen, dass mir das lesen und kommentieren weit mehr Arbeit bereitet. Die Zahl, vor allem aber die Länge der Posts, die sich in meinem GoogleReader anhäufen, bedeutet, dass ich mich weit länger mit dem bloggen beschäftigen müsste, als ich das möchte. Es fällt mir auch schwer Kommentare zu Einträgen zu schreiben, die tausende Wörter lang sind, bis zu zehn Gedanken beinhal
ten und bis zu zwanzig Links, die mich in die Weiten des Internets entlassen.
Heute hat mich nur ein Eintrag dazu gebracht, ihn zu kommentieren. Er war von Barbara geschrieben und enhält nur einen Satz und ein Bild.
Ich möchte mich in Zukunft selber versuchen einzuschränken meinen Blog nicht zu einer Zusammenfassung der Präsenzveranstaltungen verkommen zu lassen bzw. zu einer Halde meiner geistigen Ergüsse.
Oktober 23, 2007
LernJobs im MittelPunkt
Nach zwei Wochen Herbstferien, habe ich heute wieder die Präsenzveranstaltung der Berufspädagogik besucht. Ich habe mich gefreut meine Kollegen wieder zu sehen und habe die Phase heute als sehr fruchtbar und angenehm erlebt. Zwar ist es häufig so, dass Max uns mit zusätzlichen Aufgaben überrascht, die den persönlichen Arbeitsplan arg durcheinander bringen können (so heute geschehen durch die Aufgabe bis Januar einen „LernJob“ zu erstellen), allerdings haben wir den Term „LernJob“ heute ordentlich definiert und in einer anregenden Diskussion von mehreren Seiten beleuchtet. Dazu möchte ich ein wenig Stellung nehmen.
Zu Beginn der Phase zeigte Max uns einen Film, der den Lehr- und Lernalltag des Kaufmännischen Bildungszentrums Zug zum Inhalt hatte. An dieser Schule unterrichtet Max ein IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) – ähnliches Fach. Die Besonderheit der Schule ist ein Lehr- und Lernkonzept mit Namen MittelPunkt (nähere Informationen dazu hier als PDF-Datei), welches sich an zu erwerbenden Kompetenzen orientiert und stark auf selbsttägiges (Er-)lernen setzt. Unterrichtsinhalten werden meist in Form von „LernJobs“ vermittelt (hier meine Definition eines LernJobs). Hinter diesem B
egriff verbirgt sich jede Art von Arbeitsaufgabe, die von einem oder von mehreren Schülern selbständig gelöst werden kann. Jegelich From erweiterten Lernens (Gruppenarbeit, Lernaufgabe, Puzzle, Werkstatt-Unterricht…) kann in einen LernJob verpackt werden, wobei bei der Erstellung eines LernJob-Dokumentes (diese bekommen die Schüler schließlich ausgehändigt) bestimmte formale in inhaltliche Regeln zu befolgen sind. Über Selbst- und Fremdeinschätzung der Schüler innerhalb von Kompetenzrastern und der Frage danach, wohin sich ein Schüler entwickeln möchte (bzw. soll, wenn man Lehrplan-Vorgaben beachtet und eine staatlich vorgeschriebene Abschlussprüfung bestehen möchte), werden die LernJobs, die bewältigt werden können, ausgesucht. Dieses Vorgehen bedeutet für den Schüler ein hohes Maß an Flexibilität, aber auch an Verantwortung, die er für seinen eigenen Weg, sein eigenes Lernen übernimmt. Für den Lehrer kann diese neue Art zu lehren, einen unheimlichen Zeitgewinn bedeuten, da die Schüler sich allein oder in Gruppen selbst beschäftigen und er, als Coach der Schüler bzw. deren Lernfortschrittes, sich den wirklich bestehenden Problemen widmen kann. Somit wird die kollektive Intelligenz einer Gruppe/Klasse optimaler ausgenutzt, als dies in der klassischen Form des Unterrichts, mit viel Frontalunterricht, passieren kann.
Oktober 18, 2007
WebQuest zur Berufswahl
Da ich für das Modul noch etwas wenig Leistungsnachweise (siehe Wiki) angegangen bin, habe ich mich, nach Rücksprache mit Max entschieden noch ein Online-Lernszenario zu erstellen. Ich hab mich im Internet etwas umgeschaut und, auch auf Grund eigener Erfahrungen in dem Bereich, mich für die Erstellung eines WebQuests zum Thema Berufswahl im Bereich Biochemie entschieden.
Diese Aufgabe verbindet auf schöne Art und Weise die Module BP und IKT, so dass ich die Recherche zu diesem WebQuest auch hier, an dieser Stelle nutzen will.
Für den Quest sollen sich Schüler von Abschlussklassen weiterführender Schulen zunächst mit Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Biologie und Chemie kümmern. Dies kann z.B. auf den Seiten der Argentur für Arbeit Deutschlands oder deren BerufeNet passieren. Die Schüler können und sollen aber von diesen Seiten aus auch weitere Berufsinformationsseiten suchen und finden.
Vor allem für Studiengänge gilt oft, dass es kein eindeutiges Berufsbild gibt, dass sich an ein Studium anschließt. Im Gegensatz zu Ausbildungsberufen, wo ein Lehrling ja schon parallel in seinem Job arbeitet, gilt es für Studienabgänger, dass sie sich erste ihren Platz in der Berufswelt schaffen müssen. Die Schüler sollen sich dessen bewusst werden, indem sie auf Stellenangebots-Seiten speziell für Berufe in den Naturwissenschaften Informationen zu tatsächlichen Berufsbildern finden. Dies ist z.B. auf den Seiten JobVector und ChemieKarriere möglich.
Im Anschluss sollen die Schüler für sich interessante Berufe auswählen und sie charakterisieren. Sie sollen auch versuchen sich in Menschen hinein zu versetzen, die diese Berufe ausüben und sich ein Bild davon zu machen, wie das Leben dieser Menschen aussieht. Was verdienen sie? Wieviel Freizeit haben sie? Können sie noch Hobbys ausüben? Wie sehr nehmen sie gedanklich ihre Arbeit mit nach Hause? usw.
Nach Abschluss des WebQuest haben die Schüler hoffentlich einen guten Überblick über berufliche Möglichkeite, vor allem aber über Anforderung, die die Ausbildung an sie stellt und über die Art und Weise, wie ihr späteres Leben aussehen kann. Ich selbst wäre froh gewesen, hätte ich am Ende meiner Schulzeit einen solchen Einblick gehabt.
Oktober 10, 2007
Begriffe systemisch
Das Buch „einfach systemisch!“ besteht aus mehreren Teile. Die gesamte zweite Hälfte ist ein Methodenpool aus dem Repertoire der Autoren. Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem bearbeiten von Themen auf konstruktivistische und ideenreiche Weise. Ein Großteil der Methoden beschäftigt sich mit „Begriffen“, also mit Ausdrücken, Fachwörtern, Konzepten und Aspekten eines Themas.
Im Chemie-Unterricht (auch in Biologie, aber ich beschäftige mich gerade mehr mit Chemie) gibt es kein Thema, zu dessen Behandlung nicht eine Unmenge neuer Fachbegriffe und Modelle eingeführt werden müssten. Daher interessieren mich diese systemischen Methoden sehr. Eine gute Möglichkeit die Begriffe zueinander in Beziehung zu bringen ist das Concept Map. Eine schöne, technologisch neuartige Möglichkeit der Erstellung einer ConceptMap seht ihr in dem folgenden Video.
Meist am Ende eines Themanblockes kann es dazu dienen, das erlangte Wissen der Schüler zu überprüfen und sie können an Hand des Map erkennen, wie sie ihr Wissen in einen größeren Zusammenhang einordnen sollen.
Als Alternative bzw. Ergänzung bietet sich hier die Methode der Begriffskarten-Aufstellung in Kombination mit dem Begriffs-Interview an. Am Ende einer Themeneinheit werden relevante Begriffe auf Karten (oder auch postIts) gesammelt. Diese werden verteilt und jeder interviewt seine Klassenkameraden zu den Begriffen, um diese nochmals zu wiederholen (diese Interview kann auch am Anfang einer Themeneinheit zum abrufen von Vorwissen angewendet werden). Sind die Begriffe und deren Bedeutung allen klar, so erfolgt eine Aufstellung im Klassenzimmer.
Es wird quasi eine Concept-Map im Raum aufgestellt, die von den Schülern kommentiert wird. So erleben sie sich als Teil des Themas. Ein Foto der Aufstellung kann dies fest halten und als Lernhilfe für eine folgende Abprüfung des Stoffes dienen.
Powered by ScribeFire.
ScribFire ist der, von Adrijan in seinem Blog erwähnte Editor, mit dem ihr direkt von Firefox aus Blog-Einträge erstellen könnt.
Oktober 5, 2007
Woche 41
Um meinen Beitrag von Woche 41 nicht unnötig zu verlängern, beginne ich nun einen Neuen.
Vielleicht ist die Einteilung der Beiträge nach Wochen geordnet keine so gute Idee. Sieht man sich das Rubric von Max zum Lernblog an, dann heißt es dort ja auch, dass mindestens 15 Beiträge im Blog enthalten sein sollen und diese Zahl passt weder zu den acht bis zehn Präsenzveranstaltungen, noch zu den 20 Wochen im gesamten Semester.
Damit komme ich auch gleich zum Thema. Ich hatte mich in vergangenen Einträgen (Woche 41) zum Thema Rubrics und Kompetenzraster geäußter. Annika hat in ihrem Blog dazu Stellung genommen und mein Verständnis der beiden Instrumente ihrem gegenüber gestellt. Am Ende ihres Eintrages kommt sie u.a. zu der Auffassung, dass Rubrics wohl eher quantitativ bewerten würden, wohingegen die Formulierungen qualitativ wären. Dazu meine ich folgendes. Meiner Definition von Rubrics und Kompetenzrastern entsprechend, sollte klar unterschieden sein, dass es bei Kompentenzrastern in erster Linie um zu erlangende Qualitäten geht, die dann in ihrer Summe ein erreichtes Kompetenz-Niveau anzeigen. Diese Niveaus werden über einen längeren Zeitraum erlangt. Im Rubric hingegen geht es eher um quantitative Bewertung. Das Rubric hilft Leistungen zu kategorisieren und zu bewerten und das geht viel einfacher, wenn es sich um quantitativ bewertbare Leistungen handelt. Daher sollte das Rubric auch nur für kleinere Teilprojekte eingesetzt werden. Aus der Zahl an quantitativ messbaren Leistungen kann sich am Ende einer Lern- oder Schaffensperiode eine Qualität entwickeln, die wir einer bestimmten Kompetenzstufe zuordnen können.
