Ehmseb’s B(P)log

Mai 28, 2008

…und plötzlich war es Sommer

Einsortiert unter: Uncategorized — ehmseb @ 1:13 nachmittags

Es war noch kühl im März, als ich meinen letzten Eintrag in meinen Berufspädagogikblog geschrieben habe. Inzwischen ist es Sommer geworden und eine sechswöchige Pause des BP-Moduls liegt hinter mir. Ich war in der Zwischenzeit natürlich nicht untätig gewesen, sondern habe mein zweites Erfahrungspraktikum an der Kantonsschule Frauenfeld absolviert. Mit Berufspädagogik hatte dies allerdings direkt wenig zu tun. Es gab jedoch eine Klasse, die kurz vor ihrem Berufseinstieg stand. Ich habe versucht den Schülerinnen , im Rahmen des Themas Neurobiologie, zu vermitteln, dass Lernen mit negativen Emotionen auf Dauer dazu führt, dass Weiterlernen, also lebenslanges Lernen nicht mehr angestrebt wird, dies aber für ihre zukünftige berufliche Laufbahn einen hohen Stellenwert haben wird. Dazu habe ich einen interessanten Artikel in der Zeitschrift FOCUS gelesen. Ich hab ihnen eines meiner Zitate vorgelegt: “Nur wer gut drauf ist, kommt auch gut drauf”, was soviel sagen will wie: Nur wer mit guter Stimmung und positiven Emotionen lernt, wird später, wenn es drauf ankommt auch sein Wissen wieder abrufen können. Dies funktioniert zwar mit negativen Emotionen genau so, aber diese negativen Emotionen werden mitgelernt und ebenso wieder aufgerufen, was im Endeffekt dazu führt, dass man, um negative Emotionen zu vermeiden auch vermeidet mit negativ belegten Lerninhalten wieder in Kontakt zu kommen. Sprich, man hört auf einmal Gelerntes wieder aktiv und bewusst zu machen und zu nutzen. Einige der Schülerinnen zeigten ein sehr geringes Interesse an der Biologie und beschränkten sich darauf, ohne zu stören, in der letzten Bankreihe Hausaufgaben und Kreuzworträtsel zu machen. Sie hatten diesbezüglich eine Abmachung mit ihrer Klassenlehrerin getroffen. Dies allein war für mich noch zu aktzeptieren, allerdings waren sich auch meist schlecht gelaunt, machten ein trauriges Gesicht und waren, wenn man sie aufgerufen hat, sichtlich irritiert und wenig erfreut. Ich habe versucht ihnen klar zu machen, dass sie, mit geringem Mehraufwand und positiver Einstellung auch zu Themen, die sie auf den ersten Blick nicht interessieren, eine Haltung einnehmen können, die ihnen später lebenslanges Lernen eher ermöglichen wird, als eine komplette Blockadehaltung.

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